Geschichte der Computertechnik [kleine Einführung]

Geschrieben von Alex am 29. June 2009 | Abgelegt unter Elektronik/Technik

Die Kraft der Mathematik zog schon seit je die Menschen in ihren Bann. Diese komplexe Wissenschaft zu beherrschen, versuchten bereits die großen Denker der Antike, aber auch die Babylonier und die alten Ägypter benutzten schon viel eher die Mathematik zum Bau von Pyramiden. Aus diesem Grund entwickelte man so gennante Rechenhilfen, um bestimmte Rechenaufgaben effizienter zu lösen. Hier sind die wichtigsten chronologisch geordnet:

Abakus. Es ist unklar ob die Entwicklung des Abakus auf die antiken Griechen oder auf die Chinesen zurückgeht. Die Apparatur der Chinesen, der so genannte Suan-Pan, wird nämlich schon im 11.Jhd v. Chr. erwähnt. Natürlich entwickelte sich der Abakus von Kulturkreis zu Kulturkreis anders und es wurden auch unterschiedliche Rechentechniken genutzt. Bilder: Russischer Abakus | Chinesischer Abakus

Die Schickard’sche Rechenuhr. Die Schickard’sche Rechenuhr besteht aus 3 Teilen und zwar dem Multiplikationswerk, dem Additionswerk und dem Speicher. Sie beherrschte alle 4 Grundrechenarten. Sie arbeitete mit Zahnrädern und Drehscheiben. Es ist nachweislich die erste Rechemaschine überhaupt gewesen. Wilhelm Schickard berichtete Johannes Kepler von seiner Erfindung. Über Kepler’s Nachlass an Briefen und Schriften, in denen diese Erfindung erwähnt wurde, gewann diese Rechenmaschine erst an Bekanntheit.

Die Rechenmaschine von Charles Babbage. Die Rechenmaschine wurde auch oft Differenzenmaschine (Link: Nachbau Differenzenmaschine) genannt, weil sie mit Differenzentabellen arbeitete. Leider wurde diese Maschine aufgrund der schwer zu beschaffenden 25.000 Teile nie gebaut. Babbage entwickelte noch eine weitere Maschine, die so genannte “analytische Maschine“, die ihrer Zeit weit voraus war. Leider wurde auch diese Maschine nicht gebaut. Die Regierung, die zuerst Geld in Babbage’s Entwicklung bereitstellte, zog sich erneut aus dem Geschäft zurück. Einige Konzepte von Babbage finden sich heute noch in modernen Computern wieder.

Z3 von Konrad Zuse. Die Z3 von Konrad Zuse (Link: Nachbau Z3)ist die erste Rechenmaschine der 1. Generation. Sie arbeitet mit 2.000 elektromechanischen Relais, hat ein Gewicht von 1 Tonne und verbraucht 400o Watt. Zuse benutzt die Pipelining-Architektur. Der Befehlssatz der Z3 umfasste 9 Befehle. Am 21.12.1943 wurde die Z3 bei einem Bombenangriff zerstört.

Die Harvard-Mark I. Howard A. Aiken baute die ASCC (Automatic Sequence Controlled Calculator) in den IBM Laboratories. Sie bestand aus 765.000 Einzelteilen und besaß 72 Akkumulatoren, die eine dezimalkodierte Zahl mit einer Genauigkeit von 23 Ziffern speichern konnte. Code und Daten werden, entgegengesetzt der heutigen von-Neumann-Architektur, getrennt gespeichert. Man spricht heute noch von der Harvard-Architektur.

ENIAC. Die ENIAC (Electronic Numerical Integrator And Computer) wurde 1946 der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie wurde an der University of Pennsylvannia gebaut und für die Berechnung der Flugkurven ballistischer Geschütze benutzt. Sie hatte ein Gewicht von 30 Tonnen und bestand aus 1800 Vakuumröhren (verbrauchte 174.000 Watt). Eine Multiplikation dauerte 3 Millisekunden. Die ENIAC stellt somit den ersten Rechner der 2. Generation dar. John von Neumann ließ sich von der ENIAC für seine Arbeiten inspirieren. Es gab noch weitere Maschinen, die auch auf der Röhrentechnik basierten (Manchester Mark I [Manchester University] und EDSAC [Cambridge University]).

In den Bell Laboratories änderte sich 1948 mit der Erfindung des Transistors die Entwicklungsroute der Computertechnik. Die Ingeneure William Shockley, John Bardeen und Walter Brattain erhielten dafür den Nobelpreis. Mit den Transistoren wurde die 2. Generation der Computertechnik eingeläutet. Es entstanden die ersten Programmiersprachen (FORTRAN [1957] und COBOL [1960]).

System/360. Das System/360 von IBM war eines der ersten vollständigen Computersysteme, das mit einem integrierten Schaltkreis an den Start gingen. Mit seiner Vorstellung im April 1964 begründete IBM die Ära der Mainframe-Rechner.

1968 gründeten 3 führende Ingeneure der Firma FairChild Semiconductor ihre eigene Existenz. Diese trägt den Namen Intel (Integrated Electronics Corporation) und sollte noch viele Anteile an der Entwicklung der Computertechnik haben.  Durch den Durchbruch des Ingeneurs Federico Faggin (1971), dem es gelang alle Komponenten des Prozessors auf einem kleinen Stück Silizium zu platzieren, stellte Intel als erstes Unternhmen einen Mikroprozessor vor. Es war der Intel 4004 (Befehlsatz von 15 Befehlen). Die Entwicklung der Computertechnik ging damit in die bis dahin letzte Generation (der 3. und 4.) über.

Intel bestimmte ab da maßgeblich die Mikroprozessor-Branche und konnte weitere wichtige Erfolge feiern:

  • Intel 8080 , 8-Bit Prozessor (1975)
  • Intel 8086, 16-Bit Prozessor (1978)
  • Intel 8088, 8-Bit Prozessor (1978)
  • und weitere…

Ab 1993 kreierte Intel die Pentium-Serie aus patentrechtlichen Gründen. Es folgten der Pentium Pro, Pentium II, Pentium III und Pentium 4. Ab 2006 trennte sich Intel wieder von der Pentium-Reihe. Einige wichtige weitere Serien sind der Celeron, Intel-Core 2, Xeon und Itanium 2 (es gibt noch weitere, hier nur die wichtigsten).

Interessant ist noch “Das Gesetz von Moore“, nachdem es heißt, dass die Anzahl der auf einem Chip integrierten Transistoren sich alle 18 Monate verdoppelt. Lassen wir uns überraschen!

Übersicht [Generationen der Schaltelemente]

  1. Generation: Relais und Vakuumröhre (1940 – 1954)
  2. Generation: Transistor (1955 – 1964)
  3. und 4. Generation: Integrierter Schaltkreis (ab 1965)

Google vs. Bing

Geschrieben von Alex am 18. June 2009 | Abgelegt unter Suchmaschinen

Was macht den Microsoft da? Klar die Marke Bing.com ist schon ein paar Wochen alt, aber hatte Microsoft nicht die Marke namens Live erst vor ein paar Jahren ins Leben gerufen. Komisch, so ein richtiges Image konnte man da garnicht erkennen. Ich habe einmal bing.com mit der momentan führenden Suchmaschine Google verglichen. Hier sind die Ergebnisse:

Keyword-Vergleich (Google [Alexa Rank: 1] vs. Bing [Alexa Rank: 111])

  1. Google | Google: 2.520.000.000 Results | Bing: 209.000.000 Results
  2. Bing | Google: 47.200.000 Results | Bing: 4.900.000 Results
  3. Web2.0 | Google: 24.900.000 Results | Bing: 842.000 Results
  4. Iran | Google: 408.000.000 Results | Bing: 84.600.000 Reults
  5. Science | Google: 775.000.000 Results | Bing: 596.000.000 Results
  6. Shopping  | Google: 1.330.000.000 Results | Bing: 1.320.000.0o0 Results
  7. Sex | Google: 735.000.000 Results (gefiltert) | Bing: 0 Results (Anfrage wurde nicht bearbeitet)
  8. Auto | Google: 1.090.000.000 Results | Bing: 593.000.000 Results
  9. Physics | Google: 113.000.000 Results | Bing: 43.600.000 Results
  10. News | Google: 3.320.000.000 Results | Bing: 1.740.000.000 Results

Damit geht google.com mit einem 10:0 Sieg vom Platz. Bing.com scheint einfach noch nicht dafür reif zu sein oder ist einfach nicht gut genug. Natürlich ist aus Suchmaschinensicht eher die Qualität als die Quantität relevant, dennoch lässt sich über Quantität auch eine bessere Qualität erreichen.

Aber bing.com hatte noch andere Startschwierigkeiten. So konnte man etwa pornografische Inhalte über bing.com direkt abspielen lassen, was natürlich anhand des selben Hosts nicht als “pornografischer Inhalt” von dafür zuständigen Filtern erkannt wurde. Dieses Problem wurde von Microsoft aber sehr schnell gefixt. Pornografische Inhalte sollen jetzt über eine eigene Domain “explicit.bing.com” geleitet werden und somit besser filterbar sein. (via: futurezone.orf.at) Das Problem des Bing-Filters ist wiederum, dass es sehr viele Begriffe die nicht wirklich pornografisch angehaucht sind, filtert, die somit nicht angezeigt werden.

Bing.com, das bereits jetzt viel besser abschneidet als der Vorgänger Live Search, erreichte an einigen Tagen laut StatCount mehr Prozente aller Suchanfragen als Yahoo!. Dabei kamen beide aber nicht über 8% hinaus. Einsamer Spitzenreiter ist weiterhin google.com mit durchschnittlich 87,6 %. Microsoft ist damit auf dem Suchmaschinenmarkt wieder mittelmäßig gut angekommen, allerdings sollte man versuchen, sich einer Marke richtig anzunehmen und dieser ein richtiges Image zu verpassen. Der Vorgänger Live Search ist für mich genauso gesichtslos wie bing.com. Vielleicht erkennt Microsoft das Problem und arbeitet am Image. Immerhin gab man 80 Mio. Euro Werbebudget für die neue Suchmaschine aus. Da kann man doch einiges erwarten.

Ein Versprechen von Microsoft war auch, die Daten strukturierter als in bisherigen Suchmaschinen darzustellen. Dieses Feature erinnert ein wenig an die Wolfram-Suchmaschine. Passend zur Suche werden relevante Daten zum Suchbegriff tabellarisch anzeigt. Desweiteren werden verschiedene Kategorien passend zur Anfrage in der Sidebar dargestellt. Im Moment werden viele intelligente Funktionalitäten nur in der amerikanischen/englischen Version der Suchmaschine angeboten.

Ich finde, dass bing.com eine ernstzunehmende Alternative zu google.com sein wird, die sich aber nur durch kontinuierliche Arbeit an Image und Code etablieren wird. Außerdem ist es für die User natürlich das Beste, wenn es wieder einen ausgeglichenen Markt gibt, denn das bedeutet gesunde Konkurrenz und mehr Innovation.

Anhang:

Teheran online

Geschrieben von Alex am 17. June 2009 | Abgelegt unter Politik

Der Volksaufstand im Netz titelt die Zeit. Und damit hat die Zeit genau ins Schwarze getroffen. Der momentane Volksaufstand lässt sich in allen gängigen Plattformen und Portalen verfolgen. Bürger (wahrscheinlich eher jüngere) senden 140 Zeichen lange Messages an Twitter, informieren auf Facebook, MySpace, Blogger und lassen dabei kaum ein Medium aus. So in etwa sehen diese Meldungen aus. Dies ist der Twitter-Account eines iranischen Studenten. Aber es gibt noch weitere Web-Oppositionelle. Mohammed Ali Abtahi ist ein “bloggender Mullah”. Mullah’s sind die geistigen Führer des Islam (auch übersetzt als Beschützer oder Lehrer) und so scheint sich Abtahi in der Pflicht zu fühlen, an der Bewegung gegen das wiedergewählte Staatsoberhaupt teilzunehmen. In seinem Blog webnevesht schrieb er bis zu seiner Festnahme und sprach sich dabei gegen das wiedergewählte Staatsoberhaupt Ahmadinedschad aus. Aber nicht nur er, auch viele andere nutzten ihre Blogs um zu kommunizieren, was sie denken, zumindest so lange es möglich ist. Die iranische Blogosphäre ist mit Abstand die größte der muslimischen Welt und zählt bereits über 100.000 Blogs. Dasist eine gewaltige Anzahl, wenn man bedenkt, wieviel Informationspotenzial hinter einem gutverlinkten und -gelesen Blog steckt. Natürlich darf man nicht davon ausgehen, dass alle diese Blogs von Ahmadinedschad-Gegner mit Informationen gefüttert werden, was aber sicherlich als Pluspunkt der Opposition gilt, ist der Kampfeswille, der von den Ahmadinedschad-Anhängern im Moment nicht so sehr versprüht wird.

Man könnte eigentlich den ganzen Tag damit zubringen, neue Informationen aus dem Iran zu suchen und zu finden. Das tun bereits viele Nachrichtenagenturen. Die Zeit hat ein Iranblog in dem newstickerartig die neusten Info’s aus dem Iran zusammengefasst werden. Das war’s in aller Kürze!

Wir hoffen an dieser Stelle das Beste für den Iran und seinem Volk! Egal, wie sich dieser Konflikt löst.

Hier habe ich noch eine Seite gefunden, auf der die Frage gestellt wird, ob die Aufstände im Iran ferngelenkt werden. Sehr interessant zu lesen.

Interessante Anlagen:

Hello World!

Geschrieben von Alex am 17. June 2009 | Abgelegt unter Leben

Hallo @all.

Seit heute werde ich auf diesem Weblog ein paar (ich hoffe) interessante Themen veröffentlichen. Mein alter Weblog und damit einen letzten Link zu toy-the-idea werde ich demächst schließen. Der Grund ist ganz einfach. Von Zeit zu Zeit publiziert man einfach nur noch einfache Ergüsse, die einem den ganzen Tag lang im Kopf herumschwirren (Dieser Blog mit vielen Bildern und Gedanken werde ich behalten, nur werde ich ihn umsetzen auf alexander.bre.sk/blog). Mit alexanderbresk.com wird sich das ganze etwas anders verhalten. Hier werden richtige Beiträge publiziert, die etwas wissenschaftlich angehaucht sind. Wer mich kennt weiß, dass ich mich für sehr viele Sachen interessiere, also wird das Spektrum ziemlich ausgedehnt sein.

Stay tuned.